Der Schwarzwald beginnt nicht abrupt, sondern als steiler Anstieg hinter Freiburg. Die Stadt mit ihrem gotischen Münster und den typischen Bächle ist der urbane Gegenpol zum Wald — hier startet die Route, weil Bahn und Flug gut erreichbar sind. Ein Nachmittag in der Altstadt genügt; der Schlossberg bietet den ersten weiten Blick Richtung Osten, wo die Fichten dominieren.
Am zweiten Tag führt die Fahrt oder Bahn zum Titisee, dem bekanntesten, aber nicht einzigen See im Schwarzwald. Der Titisee ist touristisch erschlossen; wer Ruhe sucht, wandert am Ufer vorbei nach Neustadt oder steigt Richtung Feldberg ab, dem höchsten Berg Baden-Württembergs. Die Quellen der Donau liegen in der Nähe — ein symbolischer Ort, an dem Wasser seinen langen Weg nach Schwarzwald beginnt.
Wenn Sie aus Deutschland kommen, lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen: den Übergang vom Wald zum Fluss bewusst zu fahren, nicht zu überspringen. Baden-Baden markiert die Schwelle — Thermalquellen, Kurhaus und die Lichtung des Rheintals. Nach Tagen unter Nadelbäumen wirkt die Rheinebene hell und weit.
Der Mittelrhein zwischen Bingen und Koblenz ist UNESCO-Welterbe: steile Weinberge, Burgen auf jedem zweiten Felsen, Fähren statt Brücken. Bacharach und Boppard eignen sich als Übernachtungsorte; die Weinstraßen an der Mosel schließen hier an, wenn Sie die Route verlängern. Wer Stein statt Fluss bevorzugt, vergleiche mit den Felsen und Burgen der Pfalz — dort ist der Sandstein freigelegt, hier von Wein und Rhein überwuchert.
Praktisch: Mietwagen oder Bahn mit Regionalzügen; im Schwarzwald sind Busse seltener, aber die Hauptsseen erreichbar. Unterkünfte in Freiburg, Titisee-Neustadt, Baden-Baden und am Mittelrhein sollten früh gebucht werden. Für alpines Wasser nach der Waldroute lesen Sie die silbernen Wasser Bayerns; für nördliche Wälder den Harz.
Die Schwarzwaldhochstraße ist berühmt, aber nicht Pflicht: Sie lohnt bei klarem Wetter für Panoramen, lenkt aber vom Kern der Route ab. Besser ist oft die Schwarzwaldbahn von Hausach nach Triberg — eine der steilsten normalspurigen Bahnstrecken Europas, langsam genug, um Tannen und Wasserfälle zu lesen. Triberg selbst ist touristisch, die Wasserfälle dennoch eindrucksvoll, wenn man früh kommt.
Am Mittelrhein empfiehlt sich eine Rheinfahrt mit dem KD-Schiff oder der Fähre zwischen den Ufern — so sieht man Burgen aus der Perspektive, für die sie einst gebaut wurden. Koblenz schließt nahtlos an die Moselroute an; wer von Süden kommt, kann die gesamte Flussfolge Mosel plus Mittelrhein als zehntägige Lesereise planen, ohne das Auto mehr als einmal umzuparken.